Spartan European Championship 2020 🏃🏻‍♂️🏝⛰ – Part 4 – It’s Raceday 🤩

Am nächsten Morgen war es endlich soweit. Es war Raceday! Und trotz der Absage des offiziellen Events fühlte es sich an wie immer 😃

12. Dezember – Spartan Beast Tenerife (unofficial)

Da es heute keine Verpflegungsstationen geben würde, packte ich alles Nötige in meinen Trinkrucksack und dann konnte es auch schon langsam losgehen.

Bis zum Frühstück hatte ich noch etwas Zeit, deshalb gönnte ich meinen Beinen noch eine kleine Lockerungseinheit mit der Massagegun. Ein wirklich geniales Tool um Muskeln und Faszien zu bearbeiten 😃


Nach einem kurzen Frühstück ging es endlich los. Ich verabredete mich mit Tobi um 9:00 Uhr am Racegelände um pünktlich 9:20 Uhr zur offiziellen Startzeit loslaufen zu können.

Zu meiner Überraschung war trotz der Absage einiges los. Wir waren offensichtlich nicht die einzigen Starter Heute. 🤩

Einige Teams machten sich gerade fertig, während andere schon losliefen. Also fast wie beim richtigen Rennen, nur ohne das Ganze Drumherum.

Ich hatte noch etwas Zeit bis zum Start und unterhielt deshalb noch etwas mit den Veranstaltern vom Spartan Race.
Sie bedauerten die kurzfristige Absage sehr und freuten sich deshalb umso mehr, dass trotzdem so viele an den Start gekommen waren um Ihr eigenes Rennen zu laufen, um das Beste aus der Situation rauszuholen. Außerdem sagten sie uns auch, dass die komplette Strecke steht und wir natürlich alle Hindernisse benutzen dürfen. Natürlich nur auf eigene Gefahr 😃

Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen!

Jetzt ging es auch für uns an den Start! Die Stimmung war wirklich toll. Keine Spur von Frust oder Enttäuschung. Alle die hier waren, hatten mega gute Laune und freuten sich auf den Tag. Wir natürlich auch.

Der virtuelle Startschuss fiel, und pünktlich 9:20Uhr waren wir auf der Strecke. Das Wetter war wirklich perfekt. Es war nicht zu heiß und eine kühle Briese wehte vom Meer herüber.

Die Strecke war toll! Der erste Abschnitt führte uns die komplette Strandpromenade entlang und war schon mit etlichen Hindernissen gespickt.


Meine ersten Burpees durfte ich nach nur wenigen Minuten am Twister machen. Fast hätte ich ihn geschafft, aber auf dem letzten Meter ist mir dann doch die Kraft ausgegangen.

Die nächsten 30 folgten dann gleich ein paar Meter weiter an der Monkeybar. Die war mit den erhöhten Zwischenstreben echt schwerer als erwartet. Aber wenigstens den Beater habe ich gut geschafft.

Das letzte Hindernis auf diesem Abschnitt war der Barbwire Crawl, der uns direkt am Strand durch den schwarzen Sand führte. Eigentlich ganz cool, mal abgesehen von dem Sandhaufen in meinen Schuhen, der mich danach noch eine Weile begleitete.

Dann führte uns die Strecke über einen Kanal ins Landesinnere, wo wir dann nach einiger Zeit auf die ersten Carry Hindernisse trafen. Erst der Atlas Carry und dann der erste Carry ohne offizielles Gewicht. Hier hieß es jetzt kreativ werden, da weder Baumstämme, Eimer noch Ketten auf der Strecke waren.
Dafür lagen überall größere Steine, die sich als hervorragende Alternative herausstellten.
Es war echt schön zu sehen, dass auch alle anderen mit Felsbrocken auf der Schulter ihre Runde drehten.

Jetzt mussten wir nur noch über den Stairway to Sparta und den Bender bevor es wieder runter in den Kanal ging.

Nachdem wir uns wieder nach oben gekämpft hatten, kamen wir auf eine große weitläufige Fläche, auf der wir mal etwas Tempo machen konnten. Die Kulisse war echt mega. Besonders die riesige alte Brücke unter der wir durchliefen war beeindruckend.

Kurz danach erreichten wir das nächste Hindernis, den Olympus. Da er eins meiner Lieblingshindernisse ist, machten wir den gleich zweimal. Einmal mit und einmal ohne Ketten.

Auch ein immer wieder cooles Hindernis ist die Tyrolean Traverse die hier allerdings sehr viel höher hing als bei allen anderen Rennen bisher. Vorteil davon ist, dass man nicht am Boden schleift, allerdings darf man bei der Höhe auch nicht runterfallen.

Nach einer kurzen Laufpassage und einigen schönen Carry’s kamen wir an den Ape Hanger. Dieses Hindernis hatte ich bis jetzt noch in keinem Rennen geschafft.

Aber gerade weil es ein herausforderndes Hindernis ist, ist es auch sehr beliebt bei Läufern. Deshalb war es auch an diesem Tag sehr stark frequentiert. Ziemlich viele Athleten hatten sich hier versammelt und versuchten dieses Hindernis zu meistern.

Für mich war klar, dass ich es diesmal, gerade mit meiner Schulterverletzung, nicht schaffen konnte. Versuchen wollte ich es trotzdem.
Naja besonders weit bin ich nicht gekommen und so durfte ich wieder Burpees machen.

Das nächste Mal klappt es dann hoffentlich. Muss mal schauen, dass ich das trainieren kann!

Als Nächstes folgte eine längere Laufstrecke. Es ging wieder zurück in Richtung Meer. Mittlerweile merkte ich auch, dass ich schon eine Weile nicht mehr so lange Läufe gemacht hatte. Deshalb war ich auf dem wirklich gut und eigentlich auch schnell laufbaren Abschnitt doch relativ langsam unterwegs. Spaß machte es trotzdem!

Endlich am Meer angekommen, ging es dann auch gleich etwas besser. Die frische und kühle Luft sorgte für ordentlich Antrieb.

Dann kam eine etwas schwerer einsehbare Kreuzung, an der wir fast vorbeigerannt wären. Hier ging es nochmal ein Stück in die Gegenrichtung zum Sandbag Carry.
Zum Glück hatten wir die Abzweigung noch rechtzeitig gesehen, denn zu unserer Überraschung lag hier sogar ein Sandsack für die Athleten bereit. Eine gute Gelegenheit für ein paar schöne Fotos.

Das nächste Hindernis war der erste Spearthrow. Hier mussten wir wieder kreativ werden, da natürlich keine Speere herumlagen. Einer der Athleten kam auf die Idee stattdessen seinen Schuh zu werfen. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen. Und so machten wir und auch alle Anderen aus dem Spearthrow kurzerhand einen Shoethrow. Ein echt lustiges Schauspiel.

Das hatte uns nochmal richtig motiviert und gab uns nochmal Energie für den Endspurt, denn jetzt ging es nur noch bergab in Richtung Zielgerade.

Wieder in Puerto de la Cruz angekommen ging es über eine hohe Wand wieder in Richtung Strandpromenade.
Am Ropeclimb trafen wir dann zufällig auch Lisa, die uns dann noch ein ganzes Stück begleitete und sogar noch ein paar Fotos und Videos von uns machte.

Jetzt war es zwar nicht mehr weit bis ins Ziel aber dafür gab es noch einige Hindernisse zu bewältigen.

Eins davon war die Slackline, die ich noch in keinem Rennen geschafft hatte. Hier gönnte ich mir dieses Mal drei Anläufe und siehe da, der dritte Anlauf klappte tatsächlich. Für mich ein absolutes Erfolgserlebnis! Hoffe ich schaffe es ab jetzt auch in einem richtigen Rennen.

Nur noch wenige Hindernisse trennten uns vom Ziel und die meisten waren auch sehr gut zu schaffen und so erreichten wir dann endlich den Zielbereich. Eine tolle Kulisse, auf einer Festung, direkt am Meer.

Die letzten drei Hindernisse vor dem Zieleinlauf lagen nun vor uns. Wobei das Vertical Cargo und die Slippery Wall ziemlich easy waren.

Das letzte Obstacle vor dem Ziel war allerdings das Multirig. Normalerweise eines meiner Lieblingshindernisse. Mit meiner kaputten Schulter kam ich dieses Mal leider nicht allzu weit und so durfte ich so kurz vorm Ziel nochmal 30 Burpees machen. Naja half ja nix.

Dann endlich war es soweit. Tobi und ich sprangen über das virtuelle Feuer und liefen ins Ziel. Ein toller Moment!

Wir waren echt ganz schön kaputt und froh zugleich. Fast wie bei einem richtigen Rennen…

Und ja, die Atmosphäre, die man sonst beim Zieleinlauf hat fehlte uns schon ein bisschen. Vor allem die Medaillenübergabe.
Ansonsten war nicht so viel Unterschied zu einem richtigen Rennen. Wir waren dreckig, verschwitzt und freuten uns auf die Dusche im Hotel.

Als Fazit kann man festhalten, dass es die beste Entscheidung war hierher zu fliegen und dieses megaschöne Rennen mitzulaufen.
Wir haben viele tolle Athleten getroffen, hatten eine Menge Spaß, klasse Hindernisse und eine superschöne Laufstrecke.
Alles in allem ein großartiger Tag, den wir auch nicht so schnell vergessen werden.